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Intern
    Professur für Kunstpädagogik

    Empirische Forschung

    In der kunstpädagogischen Forschung etabliert sich ein empirischer Zweig, der sich zunehmend einem qualitativ-empirischen Forschungsdesign verpflichtet sieht. Diese verspricht Aufschluss über ästhetische Prozesse zu geben und liefert somit wesentliche Grundlagen, die sich letztlich in schulischem Unterricht sowie universitärer Lehre widerspiegeln sollen. Aus einer zunächst methodisch eher ungerichteten Forschungstätigkeit im Bereich der Kunstpädagogik wird langsam ein Weg beschritten, der in einer methodischen Kontrolliertheit ein unabdingbares Muss sieht.

    Als Instrumente zur Datenerhebung haben sich neben dem Werkbefund und dem Foto die teilnehmende Beobachtung und Interview etabliert. Auf Grund der zunehmenden Fokussierung der im Unterricht und in außerschulischen Projekten ablaufenden Prozesse und der immer leichter zu beschaffenden und zu bedienenden digitalen Technik nehmen Formen der audiovisuellen Aufzeichnung als Instrument einen immer größer werdenden Stellenwert ein. Derzeit werden die Möglichkeiten der filmischen Aufzeichnung innerhalb kunstpädagogisch empirischer Forschung erprobt.

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    An der >Forschungsstelle aesthetische Bildung< werden Aspekte der ästhetischen Bildung unter besonderer Berücksichtigung von Kindern und Jugendlichen in sozial schwierigen Konstellationen untersucht.

    Im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Forschungsprojekt [waebi] sind bundesweit Institutionen mit hochwertigen Bildungsangeboten Kooperationspartner der Forschungsstelle aesthetische Bildung.

    Forschungsleiter sind Prof. Dr. Roland Stein (Lehrstuhl Sonderpädagogik V) und Prof. Dr. Oliver M. Reuter (Professur für Kunstpädagogik). Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen sind Tanja Wilkeneit und Sabine Wolz.

    Eltern, die in der ästhetischen Bildung eine sinnvolle Komponente von Erziehung sehen, ergänzen gerne das schulische Angebot. Sie bieten ihren Kindern Kurse aus der zunehmend bunter werdenden Palette außerschulischer Kurse. Die Kinder und Jugendlichen besuchen die Musikschule, sie spielen Theater, gehen in eine Malschule. Wenn es sich nicht gerade um Kurse handelt, die etwa kirchliche Träger gegen eine symbolische Beteiligung anbieten, verursacht dieses Bemühen Kosten. Doch nicht alle Eltern, die sich um die ästhetische Bildung ihres Nachwuchses sorgen, können die Unkosten dafür bestreiten. Auf diese Weise geschieht eine soziale Abkopplung, qualifizierte ästhetische Bildung verschließt sich zunehmend den sozial Schwachen.

    In Deutschland befinden sich immer mehr Menschen in sozial schwierigen Konstellationen, in deren Folge Jugendliche wenig oder keinen Zugang zu ästhetischer Bildung haben. Aufgrund der aktuellen gesellschaftlichen wie politischen Dynamiken leiden vor allem Kinder und Jugendliche, die sich entwicklungspsychologisch in besonderem Maße mit Fragen der Identitätsfindung sowie der Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen auseinandersetzen, unter ihrer gegenwärtigen Situation.

    Pädagogische Gelingensbedingungen und Wirkungen ästhetischer Bildungsprozesse werden an zwei unter die skizzierte Problematik fallenden Gruppen erforscht werden: zum einen minderjährige Flüchtlinge, zum anderen Jugendliche mit einem niedrigen sozio-ökonomischen Status/ in schwierigen Familienkonstellationen.

    Schwierige soziale Konstellationen von Jugendlichen lassen sich in der Regel nicht auf einzelne Problematiken zurückführen. Vielmehr korrelieren meist unterschiedliche Faktoren der Unterversorgung miteinander und führen in der Konsequenz zu gescheiterten Bildungsbiografien sowie zu Schwierigkeiten in der soziokulturellen Partizipation.

    Minderjährige Flüchtlinge stellen insofern eine besondere Gruppe dar, als sie häufig zusätzlich zu den schwierigen äußeren Bedingungen auch ein starkes psychosoziales Belastungserleben sowie Akkulturationsprozesse bewältigen müssen.

    Das Forschungsprojekt [waebi] wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).